Kontakt- Der Rote Faden im Leben

Aktualisiert: 23. Okt 2019


Netzwerk "Menschheit"

Warum spüren wir Menschen alle eine tiefe, meist unerklärliche Sehnsucht in uns? Woher kommt sie? Und wonach sind wir unser ganzes Leben auf der Suche? Was ist unser leitender „roter Faden“?

Bildlich gesprochen, doch nichts anderes als die Sehnsucht nach der rot-pulsierenden Nabelschnur zu unserer Mutter. Die Suche nach der innigen Verbindung zu einem Menschen, der uns hält und mit Liebe, Nahrung, Wärme, Kraft, Geborgenheit, Lebensatem, Rhythmus und Urvertrauen versorgt.

Dieser einzigartige Kontakt, der mit der Geburt plötzlich und unwiderruflich durchtrennt wird, hinterlässt in uns Menschen eine ewige Sehnsucht und ein tiefes Verlangen nach Verbindung und Vereinigung. Diese vollzieht sich nicht nur auf der zwischenmenschlichen Ebene im Liebesakt. Sondern im biologischem Sinne auch in der Vereinigung von Samen und Ei. Alles in uns ist auf diesen schöpferischen Kontakt und die Aktivierung unserer explosiven Urkraft angelegt. Auch wenn wir in den ersten Wochen und Monaten als Embryos noch ohne Bewusstsein dieses Naturwunder erleben. Ist es doch Bestandteil unseres Seins und Wesens- für immer in unserem Körper-gedächtnis gespeichert. Wir können gar nicht anders als im ständigen Kontakt mit Menschen, der Umwelt, dem Leben zu sein. Das ist unsere biologische Bestimmung und unser roter Faden, der unser Leben durchzieht. Sich mit den roten Fäden aller Leben zu dem engmaschigen, pulsierenden Netz „Mensch-heit“ verknüpft, unseren gesamten Erdball überzieht und alles, was hier lebt, damit festhält und versorgt.

Nur im Kontakt zu anderen Menschen und den daraus resultierenden Kommunikationen und Beziehungen kommen wir in unsere ursprünglichen Kraft und werden lebendig. Ohne Kontakt können wir auf Dauer nicht überleben. Als Einzelwesen und im Kollektiv nicht. Unsere Existenz beruht auf Vereinigung und beinhaltet Kontakt.

Risse im Netz

Ich frage mich, was das für unser Miteinander in der Gesellschaft, unser Zusammenleben hier auf der Erde bedeutet. Wenn Kontakt nicht mehr selbst-verständlich ist und gestört wird. Wenn wir uns unserer lebensnotwendigen roten Vernetzungen miteinander berauben und nicht mehr Liebe, Nahrung, Wärme und Geborgenheit erfahren. Jeder verpasste, nicht genutzte oder bewusst vermiedene Kontakt zerreißt eine haarfeine Faser unseres persönlichen roten Lebensfadens. Entwendet uns ein Stückchen unserer ursprünglichen und gesunden Lebendigkeit. Erleben wir nicht genügende Kontakte werden wir krank. Und mit jedem einzelnen, kranken Menschen erkrankt die gesamte Menschheit. Wird das weltumfassende, rote Lebensnetz grobmaschiger und schlaffer. Lässt mehr und mehr Menschen hindurch fallen.

Wie kommen und bleiben wir im Kontakt? Was braucht es, um diesen lebens-notwendigen Baustein in unserem Leben genügend Raum und Bedeutung bei-zumessen?

Als selbstbewusstes Lebewesen hat der Mensch die Fähigkeit, mit sich selber in Kontakt zu sein und zu kommen. Um einen gesunden Kontakt nach Außen überhaupt wahrnehmen, aufnehmen und gestalten zu können, bedarf es der liebevollen Beziehung zu uns selber. Gehen wir mit uns selber kritisch, hart, lieblos und entwertend um, verlieren wir schleichend das Selbstvertrauen, die Kraft, Zuversicht und letztlich das Interesse, um mit anderen Menschen in Verbindung und Beziehung zu kommen. Wer ständig im Außen, in der Umwelt und bei anderen Menschen ist, hört nicht ausreichend in sich hinein. Ist von anderen abhängig, um sich seiner selbst bewusst zu werden und zu sein. Kann sich selber nicht hinreichend Achtsamkeit und Liebe schenken. Der rote Lebensfaden wird faserig, verliert seine Elastizität, Spannung und Vitalität. Er kann uns nicht mehr leiten und mit anderen vernetzen. Wir vereinsamen und verkümmern auf lange Sicht.

Genauso ungesund ist das andere Extrem. Ständig um sich selber zu kreisen. Sich nur mit sich selber zu beschäftigen und den Kontakt sowie die Acht-samkeit nach Außen zu vernachlässigen. Wir werden merkwürdig, eigen-brötlerisch, egoistisch und weltfremd. Wir verpassen es, unserem roten Lebensfaden zu folgen und zu anderen zu spannen. Lassen ihn und uns schlaff in der Luft herumhängen.

Folge dem Roten Faden

Vor jedem guten Kontakt steht also eine bewusste Entscheidung dazu. Ein In-Sich-Gehen und Auf-Sich-Hören wie, wie oft und mit wem ich in Kontakt oder Beziehung gehen will. Dafür muss ich auch im Außen achtsam schauen, welche Kontakte mir gut tun und welche nicht. Es ist ein ständiger und bestenfalls bewusster Austausch. Idealerweise herrscht ein Gleichgewicht zwischen in und aus den Kontakt treten. Eine Balance zwischen Innen bei sich und Außen bei anderen sein.

Verlaufen Kontakte gut und gesund, ist unser roter Lebensfaden weit mit anderen vernetzt und kraftvoll gespannt. Er ist dann ein adäquater Ersatz unserer ursprünglichen Verbindung über die Nabelschnur zu unserer Mutter. Er kann uns ebenso gut halten und versorgen wie jener. Und uns mit allem Notwendigen ernähren, was wir für ein gesundes und gelungenes Erwachsenenleben benötigen.


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