Mit 42 Jahren schon ein "Best-Ager"?

Aktualisiert: 23. Okt 2019


Heute breche ich ein Tabuthema, das gerade für junge Frauen mit der Diagnose Brustkrebs problematisch und schambehaftet ist.

Die Menopause = Ende der Fruchtbarkeit!

Dank Chemo ist meine Periode seit 356 Tagen überfällig. Juhu...let's have a party! Ein Jahr Tamponskaufen und -einführen gespart! Ein Jahr keine Sorgen um ungewollte Schwangerschaft, Kondomekaufen oder Pillenehmen! Ein Jahr keine Schmerzen und PMS! Ein Jahr Freiheit!

Könnte "frau" meinen. Aber ganz so genial ist das ganz doch nicht:

Hätte ich nicht bereits meine Kinderplanung abgeschlossen, wäre das jetzt ein echtes Problem geworden. Wie für viele von Brustkrebs betroffene junge Frauen! Diese müssen entscheiden, ob sie sich vor der Chemo-, Strahlen-, und Tamoxifentherapie Eizellen oder Eierstockgewebe entnehmen und einfrieren lassen, um sich die Möglichkeit einer künstlichen Befruchtung zu einem späteren Zeitpunkt offen zu halten. Sie werden im Verlaufe ihrer Tamoxifenbehandlung, die bis zu 10 Jahren dauern kann, weiter überlegen müssen, ob sie diese unterbrechen, um auf ein Baby hin zu planen. Eine echte Zusatzbelastung, die mir zum Glück erspart geblieben ist.

Mit dem Absinken des Östrogenspiegels sind auch weitere körperliche Veränderungen möglich, wie z.B. brüchige Knochen (Osteoporose), Gewichtszunahme, trockene oder unreine Haut und Schleimhäute, Hitzewallungen, Haarausfall und sinkender Sexualtrieb...

Bei mir macht sich die Menopause hauptsächlich durch meine depressiven Grundstimmung sowie gelegentlichen Hitzewallungen bemerkbar. Auch hat meine kognitive Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit ab- und ich stattdessen zugenommen. Seit vier Monaten habe ich einen puls synchronen Tinnitus, der sich bemerkbar macht, wenn ich mich körperlich anstrenge. Ob das aber mit der Menopause zusammen hängt?! Außerdem sind meine Haut und Scheide trocken und jucken. Ich habe kaum Lust auf Sex. Da muss ich schon mit viel Aufmerksam- und Zärtlichkeit bedacht werden und intensive Reize erleben, um in Stimmung zu kommen und ausreichend feucht zu werden. Alles Faktoren, die im ehelichen Alltag mit Kinder nicht immer so klappen. Aber das war schon vor dem Krebs ein leidiges Thema;o)

Ich bin mir aktuell gar nicht so sicher, wie ich mit der Menopause jetzt umgehen soll? Bisher halten sich die negativen, körperlichen Veränderungen im Rahmen. Oder ich messe ihnen nicht so viel Bedeutung bei?

Ich fühle mich nach wie vor jung und attraktiv...und irgendwie befreit! Befreit von den Fesseln der Menstruation und den damit verbundenen Schmerzen, Einschränkungen und Sorgen. Es könnte sich sogar ein neues Körper- und Lebensgefühl aus diesem Zustand "Menopause" einstellen. Ich wage ganz zart zu hoffen, dass dies "best ages" werden...


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© 2016-2019 by Andrea Winkler Coaching

Leubsdorf am Rhein/

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