Luft raus - Ehe aus?!?

Aktualisiert: 23. Okt 2019


Vom Regen in die Traufe! So fühlt es sich an...Kaum habe ich ein Desaster überstanden, folgt sogleich das Nächste. Entfremdung in der Ehe! Die letzten Monate haben dieser ganz schön zugesetzt und sie zum Wanken gebracht. Glaubten wir noch vor einiger Zeit, wir müssten uns beide nur redlich bemühen, dann würden wir es schon irgendwie hinkriegen, scheint der emotionale Abstand zwischen uns mittlerweile unüberwindbar.

Viele, schöne Momente als Familie gab es seit meiner Genesung. Freude und Dankbarkeit! Allerdings auch emotionale Totalausfälle aufgrund von Lappalien. Vordergründig ging es jedes Mal um "Nichts". Dahinter versteckt, liegen Verletzungen, Enttäuschungen und Erschöpfung zugrunde, die am Beziehungs-Fundament rütteln. Was uns bereits vor der Krebsdiagnose als Paar Schwierigkeiten bereitet hatte, scheint nun unüberwindbar geworden, fast wie in Stein gemeißelt, zu sein. Hinzu gekommen sind weitere, neue Verletzungen und Ängste, die das Fass zum Überlaufen bringen. Und war ich bisher in unserer Beziehung der treibende Motor, das Korrektiv, wenn die Stimmung zu kippen drohte, möchte ich nun einfach nur noch meine Ruhe haben. Ich kann nicht mehr!

Der Kinder zu Liebe müssen wir die Reißleine ziehen und uns eingestehen, dass es so nicht weiter gehen kann. Laute und heftige Streitereien vor den Kids schaden auf Dauer. Es kostet eine Unmenge von Geduld und Energie, die Kinder jedes Mal wieder zu beruhigen, emotional aufzufangen und zu stabilisieren. Das ist unnötig vergeudete Kraft, die mein Mann und ich für bessere Dinge nutzen könnten. Wir könnten jeder für sich mal in Ruhe erspüren, was außer der Verpflichtung ein gut funktionierendes Elternpaar zu sein, überhaupt noch da ist? Herauszufinden, was nach einem derartigen Schicksalsschlag jeder für sich selber braucht, gerne noch erleben und umsetzen möchte?

Es tut total weh, diese Kapitulation einzugestehen. Vor allem vor dem Hintergrund, dass wir kurz vor der Krebsdiagnose ein wunderschönes Haus in einem freundlichen Örtchen erworben haben und uns hier sehr wohl fühlen. Es könnte doch alles so schön und einfach sein! Ist es aber nicht! Leider...es ist verzwickt, vertrackt, verwoben und einfach nur noch kompliziert und anstrengend. Und ganz ehrlich! Ich habe mich nicht ins Leben zurückgekämpft, um weiter zu leiden. Auf einer anderen Ebene zwar, aber nicht weniger heftig! Das will ich nicht! Mir und meiner Gesundheit sowie den Kindern zu Liebe nicht!

Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass es nun doch zu einer Trennung kommen muss. Vor allem einer Räumlichen. Alte Muster und Rollen komplett außer Kraft setzen und den Resetknopf drücken. Es ist zwar erstmal "nur" eine Trennung auf Zeit angedacht. Genauer gesagt bis zu unserem Hochzeitstag im Dezember. Dennoch ist es eine Trennung mit all den Konsequenzen, die sie mit sich bringt -vor allem für die Kinder. Vielleicht in abgeschwächter Form und mit dem Hoffnungsschimmer, dass es irgendwann eine Wiedervereinigung geben kann.

Aktuell handeln wir aus...


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