Pubertät 2.0

Aktualisiert: 23. Okt 2019


Für alle betroffenen Frauen, die mit der Familienplanung noch nicht abgeschlossen haben, kommt hier eine sehr erfreuliche Nachricht: Falls ihr noch im gebärfähigem Alter seid, stehen die Chancen verdammt gut, nach dem chemobedingten Beam in die Wechseljahre wieder in den normalen Zyklus zurückzukehren. Auch wenn es bei einigen länger dauern kann...so wie bei mir!

Ich hatte eigentlich den Themen Periode, Zyklus und Fruchtbarkeit sowie den Nebenschauplätzen PMS-Syndrom, Regelschmerzen und Verhütung mental bereits Ade gesagt. Ja, ihnen in den letzten 19 Monaten keine Träne mehr nach geweint. Denn ich bin mit zwei wunderbaren Mädels gesegnet und das reicht mir vollkommen zu meinem Glück.

Außerdem hatte ich nach anfänglichen Hitzewallungen keine menopausale Malaisen mehr und einfach mal Ruhe! Kaum zu glauben, wie entspannt frau sein kann, wenn ihre Hormone ihre Reproduktion einstellen und nicht jeden Monat auf's Neue den Körper in helle Aufruhr versetzen.

Hey, aber leider habe ich mich zu früh gefreut! Denn diesen Monat sind sie wieder gekommen...meine "Happys" bzw. wie ich neuerdings viel lieber sage meine "Shark-Days". Denn so fühle ich mich: bissig, in emotionale Ausnahmezustände zurück versetzt, die ich so extrem nur aus meiner Pubertät kenne und bereit, blutig zu töten, wenn mir jemand blöd kommt. Und mit dem Thema Pubertät einhergehend kamen eine sehr schmerzhafte Akne am Kinn sowie plötzlich auftretende Lethargie und Müdigkeit, die sprung- und launenhaft in Aggrozustände wechseln können, wenn es mal nicht so läuft, wie ich es will. Außerdem habe ich häufig das Gefühl, mental nicht mehr ganz zurechnungs- und aufnahmefähig zu sein und auf eine sehr niedrige Frustrationstoleranz zu blicken. Wer will das schon mit 43 Jahren?!

Nein danke...ich darf mit Fug und Recht behaupten, ich habe schon genug Shit die letzten Jahre abbekommen. Warum bitte jetzt noch die Pubertät ein zweites Mal durchlaufen? Und das Fatale an der Sache ist, ich darf nicht mit irgendwelchen Hormonen dagegen angehen. Keine Pille zum Verhüten sowie keine hormonellen Mittelchen gegen Zyklusschwankungen und -beschwerden. Ich habe mal zu pflanzlichen Alternativen gegriffen und hoffe auf baldige Besserung. Denn normalerweise springe ich auf Homöopathie ganz gut an. Auch bin ich bereit, die krasse Zucker-, Weizenmehl- und Milchdiät zu halten, um wenigstens mein juckendes und brennendes Hautproblem am Kinn in den Griff zu kriegen.

Kann auch einfach sein, dass im Moment ein paar Faktoren zu viel auf den Modus Veränderung umgeschaltet sind: Trennung vom Ehemann, alleinerziehend Kinder und Haushalt führen, frisch Verliebtsein in einen alleinerziehenden Daddy, Ende meiner langjährigen Psychotherapie und keine legalen Antidepressionsdrogen mehr, die mir zu viel Gefühl schön vom Hals halten. Damn!!!

Ein dickes Trostpflaster ist die Tatsache, dass mein Körper offensichtlich auf Normalzustand und Heilsein umgestellt hat. Sowie die Erkenntnis und das Wissen darum, dass alle Widrigkeiten, denen ich aktuell begegne nichts im Vergleich zu den vergangenen Krebserfahrungen und damit gut auszuhalten sind. Und dass ich zwar auch mal Jammern darf. Mir aber immer wieder ins Bewusstsein rufen sollte, dass ich ein Glückskind bin, weil ich noch lebe.

Also, nur her mit den brennenden Pickeln, schmerzenden Brüsten und der Bitchyness! Her mit der Pubertät 2.0! Denn was mich nicht umbringt, macht mich immer ein Stückchen stärker!


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