Selbstmitgefühl - darum bin ich genau richtig!

Aktualisiert: 23. Okt 2019


"Oh neee, bin ich blöd!", "Warum check ich das jetzt nicht?!", "Warum immer ich?!", "Jetzt stell' dich mal nicht so an!", "Oh Mann, das muss schneller und besser gehen!"...wenn es darum geht, uns richtig in die Pfanne zu hauen, übertreffen wir selbst Anfeindungen unserer ärgsten Rivalen mit zerstörerischer Eigenkritik.

Wenn wir täglich eine Tonbandaufnahme unseres inneren Kritikers mitlaufen lassen würden, was würden wir am Ende des Tages wohl feststellen? Wie oft wären unbedachte Eigen-Abwertungen und wie oft wohlverdientes Eigen-Lob dabei? Wie oft würde sich negatives Gedankengut über unsere eigene Person darin spiegeln? Und wie oft liebevolle und achtsame Worte für uns selber darin vorkommen?

In unserer Gesellschaft ist es schick, normal, trendy geworden, mit einem schnell-getakteten, übervollen, leistungsorientierten sowie burn-out-gefährdenden Alltag zu kokettieren. Wir haben zu funktionieren und tun das sogar in der Mehrheit der Fälle! Und wenn wir dies mal nicht tun, sind wir die ersten, die uns selber dafür einen reinwürgen.

Warum sind wir so gemein zu uns selber? Und wieso glauben wir, dass Eigenlob stinkt und wir dessen nicht würdig sind? Warum gehen wir so harsch und hart mit uns selber ins Gericht?

Die Antwort findet sich in der Tiefe der Liebe zu uns selber und in einer ihrer zartesten Ausprägungen, dem Selbst-Mitgefühl. Wenn wir gelernt haben, uns so anzunehmen und zu mögen, wie wir sind, gehen wir auch mitfühlend mit uns selber um.

Voraussetzung dafür ist überhaupt das Vermögen uns zu FÜHLEN! Und da scheitert es bei vielen Menschen heutzutage. Sie fühlen sich gar nicht mehr selber! Sie spüren keinen Hunger oder Müdigkeit in der Hektik des Alltags. Sie spüren nicht wie ihr Körper nach Ruhe und Erholung lechzt. Sie spüren nicht die damit einhergehende Überforderung, Frustration und Trauer! Es wird erst dann aufgehorcht, wenn der Körper eben nicht mehr funktioniert und mit starken Schmerzen oder unerklärlichen Ausfallerscheinungen auf Missstände aufmerksam macht.

Lernen wir erstmal wieder, genau in uns hinein zu horchen, achtsam mit uns und unserer Umwelt umzugehen, um wieder in einen normalen Fühl-Modus zu gelangen. Am Anfang werden wir erstaunt sein, wie wenig angemessenes Gefühl überhaupt noch vorhanden ist und wie viel unbarmherziger Sklaventreiber in uns herrscht. Das ist im ersten Moment wirklich erschreckend! Wir sind zu unserem ärgsten Feind geworden!

Denn wir haben den liebevollen Umgang mit uns verlernt...angetrieben von übertriebenem Perfektionismus, süchtig-machendem Geltungsbedürfnis, beängstigenden Versagens- und Verlustängsten, ...entfremden wir uns stückchenweise von den natürlichen und gesunden Gefühlen in und mit uns. Wir werden immer tauber und blinder für unsere Einzigartigkeit und dem Wert unseres Lebens hier auf Erden.

Wir verlieren das Gefühl GANZ und vor allem RICHTIG zu sein, so wie wir sind...mit allen glanzvollen und lichten, ebenso wie mit den finsteren und düsteren Seiten. Beim Blick in den Spiegel sehen wir irgendwann nur noch den Optimierungsbedarf hier und die Verbesserungsmöglichkeit dort.

Wann haben wir uns das letzte Mal liebevoll angesehen und gedacht oder sogar gesagt "Ich bin wunderbar, wertvoll und einzigartig! Ich bin einfach gut, so wie ich bin! Ich liebe MICH!" und dabei die Hand auf das Herz gelegt und es tief in unserem Inneren auch mit tiefer Überzeugung genauso gefühlt?


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© 2016-2019 by Andrea Winkler Coaching

Leubsdorf am Rhein/

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