Wechselbad der Gefühle - die Wechseljahre!

Aktualisiert: 23. Okt 2019


"Alles ist im Fluss", ...meine Periode allerdings nicht mehr. Seit sieben Monaten ist die rote Quelle versiegt...meine Frauenärztin meinte, ich sei nun offiziell in den Wechseljahren. Mit gerade mal 43 Jahren!!! Ich weiß nicht, ob ich dem ganzen trauen soll? Immerhin hatte ich nach der Chemo ein Jahr Ruhe, bevor sich die "Sharkdays" letzten Sommer für vier Monate wieder gemeldet und mich in meine zweite Pubertät katapultiert hatten.

Waren es letztes Jahr die akneartigen Pubertier-Pickel, sind es jetzt die berühmt-berüchtigten Hitzewallungen, die bei mir mit einem ganz heißen Gesicht und Kopf anfangen und sich dann über den Rücken nach unten zu den Füßen arbeiten. Seitdem der Sommer allerdings sein Gastspiel mit Temperatur-Peaks bis zu 40 Grad hier in Deutschland hatte, ist meine persönliche Hitze auch wieder verschwunden. Es ist ein Kommen und Gehen, ein Auf und Ab, ein Hin und Her - eben ein Wechselbad der Gefühle und Befindlichkeiten.

Auch auf mentaler Ebene herrscht ein reger Austausch zwischen geistiger Umnachtung und luzider Klarheit. Die beiden Gegenspieler scheinen sich so gut zu verstehen, dass sie es sich nicht nehmen lassen, mich über den Tag hinweg häufiger abwechselnd und manchmal sogar zeitgleich zu besuchen. Paradebeispiel hierfür ist meine Prüfung zur Fastenleiterin am vergangenen Wochenende, wo ich durch die mentalen Blockaden des sich selber Unterschätzens immer wieder auf meine mir immanente geistige Klarheit zugreifen konnte. Verrückt!

2019 steht also unter dem großen Motto "Wechsel"!!! Meine Körpertemperatur sowie meine Gemütszustand wechseln lustig zwischen Heiß und Kalt. Emotional bin ich weit entfernt von Ausgeglichenheit und pendele zwischen ekstatischem Hochgefühl und niederschmetternder Traurigkeit hin und her. Mental gibt es Momente unerträglicher Langsamkeit, die immer wieder durch erfreuliche Geistesblitze unterbrochen werden und zeitweise in eine wahre Gedankenflut ausufern können. Und wenn es mir manchmal zu viel wird und ich mich von alledem überfordert fühle, kreiselt der Pendel in meinem Kopf und macht mich ganz schwindelig.

Warum sollte dieses aufregende Wechselspiel meinen Alltag aussparen? Natürlich herrscht auch hier die rege Alternanz der Extreme: Vier Tage die Woche bin ich die fürsorgliche und liebevolle Mami, die sich zugunsten ihrer süßen Mädels stark zurück nimmt. Die restlichen drei Tage bin ich die Selfmadefrau, die gerne freiberuflich und unabhängig arbeitet sowie die fordernde Geliebte und innig liebende Partnerin. Gleichklang und Langeweile sehen definitiv anders aus!

Auch wenn ich sehr oft nicht weiß, auf was ich mich einstellen soll, weil der aktuelle Zustand bereits im nächsten Moment Vergangenheit sein kann, will ich es genau so! Weil mich dieses Wechselspiel nicht nur fordert, sondern positiv auf Trab hält und ich mich dadurch sehr lebendig fühle. Und nach einer so schlimmen Erkrankung wie dem Brustkrebs möchte ich genau das: LEBEN!!!

Ps: Wenn man vom Teufel spricht....2 Tage nachdem ich diesen Blog veröffentlicht habe, kommt sie...die rote Flut...Ich kann es wirklich nicht fassen! Logik geht anders:o)


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© 2016-2019 by Andrea Winkler Coaching

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